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ALL AWAY ABOVE
MATTHIAS STRÖCKEL 
GALERIE SIMA

Eröffnung am Dienstag, 12. September, 19 – 21 Uhr

Ausstellungsdauer:
12. September - 11. November 2017

Öffnungszeiten:
Dienstag / Mittwoch 17 - 19 Uhr, Samstag 11 - 14 Uhr
und jederzeit nach Vereinbarung

galerie sima
Hochstraße 33 | D-90429 Nürnberg
Tel. +49(0)911263409
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  | www.simagalerie.de

 

Matthias Ströckel zeigt in seiner Ausstellung „All Away Above“ unterschiedlichste Objekte, Installationen und Fotografien. Die poetisch anmutenden Arbeiten kennzeichnen sich stets durch eine klare Formensprache und einen bewusst gewählten Einsatz von Materialien. Ströckel geht dabei der Natur der Dinge auf den Grund. Gegenstände werden in einen neuen Zusammenhang gebracht und ästhetische wie symbolische Merkmale erkundet. Der Titel der Ausstellung „All Away Above“ lässt dabei im Kopf des Betrachters Bilder erscheinen, die jedoch nicht explizit gedeutet werden können. Möglicherweise erinnern sie an etwas Sehnsüchtiges, vielleicht an etwas Melancholisches - etwas, das man nicht wirklich (be-)greifen kann und vielleicht gerade deshalb stets in der Ferne bleiben muss. 
Innerhalb der Ausstellung findet sich der Betrachter vor einem runden Beistelltisch wieder, der mit verschlissenen Kugeln bestückt ist. Diese verweisen durch ihre Oberflächenbeschaffenheit zwangsläufig an Planetenmodelle, wie wir sie aus den zahlreichen Darstellungen unserer Himmelskörper mit dem wichtigsten Erdtrabanten kennen. Diese korrodierten Kugeln, bei denen es sich - bis auf eine Ausnahme -tatsächlich um Kanonengeschosse handelt, erzählen eine Geschichte von Eroberungen, Einschlägen und ihrer Vergänglichkeit. Spuren aus Rost und Vertiefungen lassen den Zahn der Zeit, der auf ihnen genagt hat, erahnen. Dabei verweisen sie immer wieder auf den Stoff, das Material und die Form. „Mit unseren Vorannahmen und Assoziationen wird hier gekonnt gespielt und die Ausstellung wird tatsächlich zu einem Ort, an dem ein Zustand ständig wieder in sein Gegenteil zu kippen scheint.“ [1] Die Arbeit mit symbolisch aufgeladenen Dingen zeigt sich auch in einem raketenähnlichen Konstrukt, bestehend aus drei wesentlichen Versatzstücken, die in ihrer Präsenz ein neues System von Deutungsebenen eröffnet. Ein Bohrkern aus Stein, eine Orgelpfeife und ein Wurfspeer aus dem Sport - die Kombination dieser Dinge pendelt gleichsam zwischen puristischer Materialästhetik und symbolischer Verheißung. Sie stellt die Frage nach dem Wesen der Dinge und ihrer Lesbarkeit. Drei Gegenstände, die sich aber nicht nur in ihrer Abstraktion erschöpfen, sondern ebenfalls sehr konkrete, schwere, lange oder spitze Dinge sind. In ihrem zweiten Dasein als Kunstwerk spannen sie einen Bogen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die erstaunliche, inhaltliche Vielfalt lässt den Betrachter in seine eigene Welt eintauchen und einen Dialog zwischen dem Visuellen und dem Narrativen aufnehmen, wie es auch bei der kühl-weißen Neonschrift „creatio ex nihilo nihil fit“ geschieht. „Matthias Ströckel stellt damit die Urfrage unseres Daseins: Wie ist die Welt, wie ist alles Sein entstanden? Und genau darum geht es Matthias Ströckel – hier und grundsätzlich in seinen Arbeiten: Er setzt Altbekanntes in einen ungewohnten Kontext – in einen „Experimentierzustand“, wie er es nennt – und erschließt dadurch neue Assoziationen. Dass er bei diesem Werk gerade das Medium Neon wählt, bietet zusätzlich Raum für Gedankenspiele: von der verlockenden Leuchtreklame bis zum göttlichen Licht.“ [2] - All Away Above!

1 Text von Melanie Sachs anlässlich der Ausstellung: Matthias Ströckel - Wo die Statik sich nach der dynamischen Freiheit sehnt; © 2013

2 Text erschienen anlässlich der Ausstellung: Triennale III „Gott und die Welt“, Kunsthalle Schweinfurt (Linon Medien, 2015) © 2015; Autorin: Dr. Janette Witt

 

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